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Medizintechnik ist einerseits ein bedeutender Aspekt innerhalb der medizinischen Versorgung der Bevölkerung und damit Teil des deutschen Gesundheitssystems. Zum anderen nimmt sie im Bereich der Wirtschaft als innovative und dynamische Branche eine entscheidende Stellung ein.
Klein- und mittelständische Strukturen prägen die Medizintechnik-Industrie in Deutschland, die zwar gemäß der Unternehmens-, Umsatz- und Beschäftigtenzahlen eine relativ kleine Branche des verarbeitenden Gewerbes darstellt, jedoch in den Jahren 1995 bis 2002 steigende Beschäftigung - im Gegensatz zur Gesamtheit des verarbeitenden Gewerbes - aufwies und folglich eine dynamische Entwicklung. Die Wachstumsfähigkeit resultiert auch aus der zunehmenden ausländischen Geschäftstätigkeit deutscher Medizintechnikunternehmen, im Jahr 2002 wurde die Mehrheit der Umsätze mit Exporten erzielt.
Anzumerken ist, dass ein Beschäftigungswachstum nicht in allen Teilbranchen der Medizintechnik-Industrie vorlag. Zahntechnische und orthopädietechnische Unternehmen konnten unter anderem Arbeitsplätze schaffen, begründet liegt dies in der steigenden Nachfrage derartiger Produktsegmente und das trotz der Einschränkungen innerhalb des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenkassen.

Da ein Großteil der Gesundheitsausgaben von der gesetzlichen Krankenversicherung als Teil des deutschen Sozialversicherungssystems getragen wird, ist es für den Hersteller bzw. Vertreiber von medizintechnischen Fabrikaten von immenser Bedeutung, dass die zugehörigen medizinischen Leistungen im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherung enthalten sind. Denn nur dadurch wird eine Kostenerstattung durch die gesetzlichen Kassen gewährleistet und folglich die medizinischen Leistungen der breiten Bevölkerung (finanziell) zugänglich gemacht bzw. lukrativer gestaltet, was sich wiederum ganz klar auf die Akzeptanz auswirkt.
Die gewisse Abhängigkeit zwischen Erstattungsfähigkeit und Markterfolg ist vor allen Dingen dann negativ zu beurteilen, wenn auf Grund fehlender finanzieller Mittel die Behandlung mit innovativen Medizintechnikprodukten nicht erstattet wird.
Insbesondere in Anbetracht der hohen Forschungs- und Entwicklungskosten (durchschnittlich bis zu 10 % des Umsatzes werden investiert) sowie Zulassungskosten, die von den Medizintechnikunternehmen eingesetzt werden - dies betrifft vor allem große (etablierte) Betriebe - um neue und verbesserte Produkte zu entwickeln und herzustellen, aber auch im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit der Gesundheitsversorgung (Verbesserung für die Patienten aber auch Effizienzsteigerung) ist dieser Sachverhalt problematisch und der Ruf nach transparenten Kostenerstattungsregeln laut.
Des Weiteren wird die teilweise lange Zeitspanne zwischen Entwicklung sowie Zulassung und Erstattungsfähigkeit bemängelt, wo doch gerade im Zusammenhang mit der Wettbewerbsfähigkeit hohe Innovationskraft und schnelle Umsetzung gefragt sind. Dieses „Ausbremsen“ der Hersteller soll laut Experten auch ein Grund dafür sein, dass die Inlandsumsätze von Medizintechnik im Vergleich zu den Exportumsätzen relativ gering sind bzw. stagnieren. Als größte Produzenten und zugleich größte Märkte gelten die USA, Deutschland und Japan.

Generell konnte trotz der hohen Anfangsinvestitionen und fortlaufenden Kosten (Forschung und Entwicklung etc.) sowie des relativ hohen Risikos (Zulassung, Erstattung usw.) eine intensive Gründungsaktivität im Bereich Medizintechnik bisher verzeichnet werden - dabei handelt es sich um Unternehmen, die in der Medizintechnik forschen, Produkte erzeugen oder branchenspezifische Dienstleistungen erbringen. Die Performance der neugegründeten Unternehmen - also die Entwicklung - ist zwar nicht durchweg positiv („Überlebensrate“), dennoch besteht ein hoher Anteil an wachstumsstarken Firmen und ein Geringerer an stagnierenden Betrieben, so dass sich ein grundsätzlich dynamisches Gesamtbild ergibt.